Gustav Cella war das dritte Kind aus der Ehe von Johann Jakob mit Johannette Sophie von Hert. Bereits im Alter von 12 Jahren kam er an die Offiziersschule nach München, das sog. Kadettencorps[1]. Nur eine Minderheit der Offiziere in Bayern verfügte über diese solide Ausbildung mit einer umfassenden (militärisch ausgerichteten) Allgemeinbildung.
Sein Werdegang bei der Bayerischen Armee kann u.a. anhand des "Regierungs-Blatt für das Königreich Bayern" oder des "Regierungs- und Intelligenz-Blattes für das Königreich Baiern" nachverfolgt werden. Das Militär spielte im 19. Jh. eine ungleich stärkere Rolle im Königreich Bayern, als man sich das heute vorstellen kann[2]. Auch dessen Vertreter, vor allem wenn es sich um die oberen Ränge handelt, waren deshalb immer wieder im Fokus der Regierungsblätter, aber auch der Zeitungen für ein Massenpublikum. So finden sich heute in den digitalisierten Ausgaben der alten Zeitungen Dutzende von Einträgen über den Generalmajor Cella. Seine Söhne Christian Gustav und Adolf waren ebenfalls bei der Armee.
Gustav Cella war mit 24 Jahren als Unterleutnant beim Infanterieregiment in Würzburg, nach dessen Verlegung später in Landau. Als Oberstleutnant war er auch beim 10. Infanterieregiment in Ingolstadt. Auf wiederholtes Ansuchen des damaligen Kriegsministers v. Manz ließ er sich dazu bewegen, als Referent der Infanterie ins Kriegsministerium einzutreten (ab 31.3.1855), er war zeitweise sogar im Gespräch als Kriegsminister! Nach Aussagen seines Sohnes Adolf war er aber "glücklich" 1859 wieder in den Truppendienst einzutreten und zwar als Oberst und Kommandant des 13. Infanterieregiments in Bayreuth. Vor seiner Pensionierung befehligte er die 8. Infanteriebrigade in Speyer als Generalmajor. Sowohl Bayreuth als auch Speyer gehörten zum "General-Commando Würzburg".
Welche Rolle Cella bei der Schlacht gegen die Preußen in Roßdorf/Rhön im Juli 1866 gespielt hat, lässt sich u.a. im Münchener Boten nachlesen. Siehe auch: Das Gefecht am Nebelberg und Augenzeugenberichte dazu. Sein Sohn Christian Gustav war ihm im Deutschen Krieg unterstellt als "Ordonnanz-Offizier". Vgl. dazu diese Aufstellung.
Nachdem er bei der Beförderung zum Generalleutnant übergangen wurde, suchte er 1869 um seine Pension nach, die ihm auch gewährt wurde. Während er höchste Auszeichnungen für seine Verdienste im Krieg gegen Preußen im Jahr 1866 erhielt, blieb ihm so die Teilnahme am Deutsch-Französischen Krieg 1870/71 erspart.
Gustav Cella, der nach Angaben seines Sohnes sowohl die englische, als auch die französische und spanische Sprache beherrschte, beschäftigte sich viel mit Philosophie, Literatur und Kunst. Er war bis zu seinem Tod Mitglied im Pfälzischen Kunstverein. In seinen letzten Jahren wohnte er in München (Amalienstr. 72, 1. Stock). Er starb dort im Alter von 90 Jahren.
[1] Siehe auch die Website des Schulmuseums Lohr am Main über das Kadettencorps und die Auswahl der "Zöglinge" zu Gustavs Zeiten.
[2] So "war die königlich-bayerische Armee bis zu ihrer Auflösung im Jahr 1919 die wichtigste staatliche Einrichtung des Landes und beanspruchte bereits im Frieden den größten Einzelposten des Staatshaushalts. Die größte Baustelle im Bayern des 19. Jahrhunderts waren eben nicht die Schlösser König Ludwigs II., sondern es war die Festung Ingolstadt. In keiner anderen Einrichtung erfuhren die Bayern ihren Staat so intensiv wie in der Armee, die damit auch zum wichtigsten Integrationsfaktor des neuen Staates wurde." (Dieter Storz: Die bayerische Armee 1866)